Unter dem Begriff physikalische Therapien werden diverse medizinische Behandlungsformen zusammengefasst, die verschiedene physikalische Reize zur Auslösung von Reaktionen nutzen. In der Bezeichnung der physikalischen Therapie spiegelt sich auch der Begriff der Physiologie, also der Lehre von den physikalischen und biochemischen Vorgängen im menschlichen Körper wider.

Die Wirkung und auch die Wirksamkeit der physikalischen Therapien beruhen auf dem Reiz-Reaktions-Prinzip. Dabei soll die physikalische Therapie einen therapeutischen Reiz setzen. Durch diesen Reiz wird der Körper zu einer Reaktion angeregt. Diese ist zum einen örtlich wirksam, soll aber auch zu einer Änderung im vegetativen, immunologischen und endokrinologischen System führen. Man spricht von einer Adaptation.
Wichtige physikalische Verfahren sind Wärme- und Kälteanwendungen, welche zu den sogenannten Thermotherapien gehören. Sie kommen vor allem zur Schmerzlinderung zum Einsatz. Die Anwendung kann lokal oder generalisiert erfolgen.

Durch die Wärme steigt der Sauerstofftransport im Gewebe. Auch Nährstoffe können besser aufgenommen und Abbauprodukte besser abtransportiert werden. Der körpereigene Stoffwechsel wird angeregt und die Muskulatur entspannt sich. Auch soll die Immunabwehr durch die Wärmeanwendung angeregt werden. Die Wärmetherapie wird vom Patienten als sehr entspannend und angenehm erlebt. Bekannte Wärmeverfahren sind beispielsweise Fangopackungen, Moorpackungen oder Infrarotbestrahlungen. Auch die Heißlufttherapie, also die Wärmebehandlung mit Rotlichtlampen gehört zu den Wärmetherapien.

Hauptanwendungsgebiete der Kältetherapie sind die Traumatologie und die Rheumatologie. Indikationen sind zum Beispiel Gelenkentzündungen, Verbrennungen, Lähmungen oder Sehnenscheidenentzündungen. Durch die Kälteanwendung verengen sich die Blutgefäße und der Stoffwechsel im Gewebe wird vorerst herabgesetzt. So werden lokale Schwellungen verhindert (stimmt so nicht mehr, da nach der der Wegnahme der Kälte ein vermehrter Stoffwechsel stattfindet und der ist erwünscht , um die Entzündung schneller abzubauen und die Schwellung wird nur durch Kompression verhindert, nicht durch Kälte  . Durch die Kälte werden Entzündungsprozesse abgeschwächt und die Nervenleitgeschwindigkeit vermindert. Dies führt zu einer Abnahme der Schmerzen. Kältetherapie kann in Form von Kühlkompressen, Eisbädern oder Eisabreibungen erfolgen.

Bei der Elektrotherapie werden elektrische Ströme und Stromimpulse zur Reizsetzung genutzt. Über Elektroden werden dem Körper Gleich- und Wechselströme zugeführt. Je nach Verfahren werden Schmerzen gelindert, der Stoffwechsel angeregt und die Durchblutung des betroffenen Gebietes gesteigert. Durch die Stromreize erfolgt zunächst eine Muskelkontraktion und dann eine Muskelentspannung. Geschwächte oder gelähmte Muskulatur wird angeregt, verkrampfte Muskulatur wird gelockert. Zudem können durch die Elektrotherapie immunologische Prozesse im Körper in Gang gesetzt werden. Bei vielen Indikationen ist die Elektrotherapie eine wirksame Alternative zu den üblichen Therapieverfahren. Noch dazu ist sie frei von Nebenwirkungen.